3. Advent – Definition, Bedeutung und Traditionen

Der 3. Advent (auch Dritter Adventssonntag genannt) ist der vorletzte Sonntag der christlichen Adventszeit und markiert eine besondere Zeit im Kirchenjahr. Im Jahr 2025 wird der 3. Advent am 14. Dezember gefeiert. Dieser Tag nimmt innerhalb der Adventszeit eine herausragende Stellung ein und unterscheidet sich in vielen Aspekten von den anderen Adventssonntagen.

3. Advent – Definition, Bedeutung und Traditionen
3. Advent – Definition, Bedeutung und Traditionen
3. Advent – Definition, Bedeutung und Traditionen

Etymologie und historische Herkunft

Das Wort „Advent“ stammt vom lateinischen Begriff „Adventus“ ab, was „Ankunft“ bedeutet. Ursprünglich wurde dieser Begriff im Römischen Reich für die Ankunft eines hohen Amtsträgers, eines Kaisers oder Königs verwendet – ein besonderes und ehrwürdiges Ereignis. In der christlichen Tradition hat das Wort eine tiefere, zweifache Bedeutung: Es bezieht sich sowohl auf die historische Geburt von Jesus Christus an Weihnachten als auch auf die erwartete Wiederkunft Christi am Ende der Tage. Der Advent ist daher nicht nur eine rückblickende Erinnerung an das Weihnachtsgeschehen, sondern auch eine zukunftsorientierte Zeit der Erwartung, Besinnung und inneren Vorbereitung.

Die Bedeutung des 3. Advents im Kirchenjahr

Der dritte Adventssonntag wird in der kirchlichen Tradition auch als „Gaudete-Sonntag“ bezeichnet. Der Begriff „Gaudete“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Freut euch„. Diese Bezeichnung leitet sich direkt aus dem Eröffnungsvers der Heiligen Messe ab: „Gaudete in Domino semper“ – „Freut euch im Herrn allezeit“. Diese Aufforderung stammt aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philippi und ruft die Gläubigen auf, sich zu freuen, da die Wiederkunft des Herrn nahe bevorsteht.

Der 3. Advent markiert das symbolische Bergfest der Adventszeit. Da es insgesamt vier Adventssonntage gibt, bedeutet dies, dass an diesem Tag bereits zwei Wochen der Adventszeit vorbei sind. Die restlichen zwei Wochen bis Weihnachten liegen noch vor uns. Dies führt dazu, dass sich die Stimmung vom Ernst und der Besinnlichkeit der ersten beiden Adventssonntage hin zu einer freudigeren, hoffnungsvolleren Atmosphäre verschiebt.

Liturgische Besonderheiten und Farben

Eine charakteristische Besonderheit des 3. Advents sind die liturgischen Farben, die sich von den anderen Adventssonntagen unterscheiden. Während der erste, zweite und vierte Adventssonntag mit der Farbe Violett verbunden sind – was Buße, Besinnung und Läuterung symbolisiert – wird am 3. Advent die Farbe Rosa verwendet (oder wahlweise auch ein aufgehelltes Violett mit weißem Schimmer).

Die rosa Farbe entsteht symbolisch dadurch, dass sich das freudige Weiß durch das Violett der Buße hindurchbricht. Weiß symbolisiert das Licht Christi und die Freude, die mit seiner Geburt verbunden ist. Rosa steht somit für die Vorfreude, Hoffnung und Freude, die am dritten Adventssonntag in die dunkle Adventszeit eindringen. Priester und Ministranten tragen an diesem Tag entsprechend rosafarbene liturgische Gewänder (Paramente), was die Besonderheit dieses Tages unterstreicht.

Der Adventskranz und die dritte Kerze

Der Adventskranz ist ein zentrales Symbol der Adventszeit und eines der bekanntesten Adventsbräuche im deutschsprachigen Raum. Der Kranz hat eine tiefe symbolische Bedeutung: Seine kreisförmige Form symbolisiert die Ewigkeit Gottes – einen Kreis ohne Anfang und Ende. Die grünen Zweige des Kranzes stehen für Leben, Hoffnung und Erneuerung und verweisen bereits auf den kommenden Weihnachtsbaum.

Auf dem Adventskranz werden insgesamt vier Kerzen entzündet, die die vier Adventssonntage repräsentieren. Die erste Kerze symbolisiert die Hoffnung, die zweite den Frieden, die dritte die Freude und die vierte die Liebe. Am 3. Advent wird die dritte Kerze angezündet – die Kerze der Freude. Diese Kerze ist häufig in der Farbe Rosa oder Rot gefärbt, um die Besonderheit dieses Freudensonntags hervorzuheben.

Die Entzündung der dritten Kerze ist ein wichtiger ritueller Moment, der die Familie oder die Gemeinde versammelt und die fortgeschrittene Adventszeit sichtbar macht. Während die ersten beiden Wochen oft von Ruhe und Besinnung geprägt sind, signalisiert die dritte brennende Kerze, dass Weihnachten immer näher rückt und die Vorfreude wächst.

Religiöse Traditionen am 3. Advent

Im Mittelpunkt des 3. Advents steht in der kirchlichen Tradition die Figur des Johannes des Täufers. Besonders in der katholischen Kirche werden am zweiten und dritten Adventssonntag Lesungen und Meditationen dem Wirken von Johannes gewidmet. Johannes wird als der „Wegbereiter des Herrn“ bezeichnet und gilt als Vorläufer von Jesus Christus.

Johannes der Täufer war ein Bußprediger, der die Menschen zur Umkehr und Buße aufrief. Er war es auch, der Jesus Christus im Jordan taufte und dessen besondere Stellung erkannte und bezeugte. Seine Aufgabe bestand darin, die Welt und die Menschen auf die Ankunft des Herrn vorzubereiten – eine Aufgabe, die perfekt zur Adventszeit passt, in der sich die Christen auf die Geburt Jesu vorbereiten.

Am 3. Advent werden die Gläubigen durch die Figur des Johannes zur Buße und Umkehr aufgerufen. Es ist gleichzeitig ein Tag der Freude über die nahende Erlösung und ein Tag der Mahnung, sich innerlich auf die Ankunft des Herrn vorzubereiten. Die Kirchen werden zur Heiligen Messe daher in Violett und Rosa geschmückt – eine Kombination, die sowohl die ernsthafte Bußaufforderung als auch die Vorfreude ausdrückt.

Bräuche und Gemeinschaft am 3. Advent

Der 3. Advent ist ein Tag, an dem das Zusammensein und die Gemeinschaft besonders gepflegt werden. In vielen Familien und Gemeinden gehören zu dieser Zeit folgende Traditionen:

  • Adventskonzerte und musikalische Veranstaltungen in Kirchen und Gemeindezentren, bei denen Advents- und Weihnachtslieder gesungen werden

  • Gemeinsames Adventskaffee oder Glühweinabende, bei denen man beisammen sitzt, Weihnachtsgebäck genießt und sich Zeit für familiäre Gespräche nimmt

  • Adventsmärkte, die oft erst ab dem 3. Advent so richtig in Schwung kommen

  • Besondere Gottesdienste, die die Besonderheit dieses Freudensonntags unterstreichen

  • Adventsbesinnung und Stille – trotz der Freude bleiben Ruhe und Besinnung zentrale Elemente

Der 3. Advent wird vielerorts auch als „Mantelsonntag“ bezeichnet, was darauf hindeutet, dass dieser Sonntag häufig als verkaufsoffener Sonntag genutzt wird. Dies ermöglicht es vielen Menschen, letzte Weihnachtseinkäufe zu tätigen und die städtischen Geschäfte und Weihnachtsmärkte zu besuchen.

Die Geschichte des Adventskranzes

Der Adventskranz ist ein noch relativ junger Brauch, dessen Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Der evangelische Theologe Johann Wichern (1808–1881) erfand den Vorläufer des heutigen Adventskranzes. In dem von ihm geleiteten Hamburger Schülerheim „Rauhen Haus“ wollte er den Schülern die lange Wartezeit bis Weihnachten verkürzen. Ab 1840 feierte er täglich eine Andacht, bei der jeweils eine Kerze entzündet wurde – insgesamt 24 Kerzen auf Reisigzweigen. Dies war nicht nur der Ursprung des Adventskranzes, sondern inspirierte auch die Erfindung des Adventskalenders.

Trotz dieser evangelischen Ursprünge verbreitete sich der Adventskranz schnell in der gesamten Kirche. Der erste Adventskranz in einer katholischen Kirche kam 1924 in Köln zum Einsatz. Heute ist der Adventskranz aus keinem deutschsprachigen Haushalt mehr wegzudenken und gehört zu den beliebtesten und verbreitetsten Adventssymbolen.

Spirituelle Bedeutung und moderne Relevanz

Der 3. Advent hat in der heutigen Zeit eine besondere Bedeutung bewahrt. Inmitten der Vorweihnachtszeit, die oft von Stress, Einkäufen und beruflichen Verpflichtungen geprägt ist, bietet der Gaudete-Sonntag einen Moment der Besinnung und Freude. Er erinnert daran, dass die Adventszeit nicht nur materielle Vorbereitungen, sondern vor allem eine innere, spirituelle Vorbereitung auf das Weihnachtsfest ist.

Der 3. Advent lädt dazu ein, die Freude auf das kommende Fest bewusst zu erleben und gleichzeitig nicht die tiefere spirituelle Dimension zu vergessen. Es ist eine Zeit, in der die Balance zwischen ernsterer Besinnung und freudiger Erwartung ihren Höhepunkt erreicht.

Zusammenfassung: Was ist der 3. Advent?

Der 3. Advent ist der vorletzte Adventssonntag und markiert das Bergfest der vierwöchigen (bzw. vierwöchentlichen) Adventszeit. Er wird auch Gaudete-Sonntag oder Freudensonntag genannt und unterscheidet sich durch seine freudigere, hoffnungsvollere Ausstrahlung von den anderen Adventssonntagen. Mit der Entzündung der dritten Kerze auf dem Adventskranz, der rosa Färbung der liturgischen Gewänder und der Fokussierung auf Johannes den Täufer markiert dieser Tag eine wendepunktartige Verschiebung in der Adventsatmosphäre – weg von reiner Buße und Besinnung, hin zu erkennbarer Vorfreude und freudiger Erwartung auf das nahende Weihnachtsfest. Es ist ein Tag der Gemeinschaft, der inneren Einkehr und der bewussten Freude auf die Geburt Christi.