Pilgerweg - Via Romea

Dem Abt auf der Spur-von Stade bis nach Rom

Entlang des Pilgerweges „Via Romea“ führte auch uns der Weg durch die kleine Ortschaft „Rietze“, im Landkreis Peine gelegen. Hier erspähten wir jene hilfreiche Wanderwegetafel mit dem folgenden Inhalt (in Auszügen).

Via Romea 

Der Weg des Abts Albert von Stade im Jahre 1236: 

Rom-Rietze-Stade

Im Jahre 1236 durchquerte ein Mönch auf seiner Rückreise von Rom nach Stade die kleine Siedlung „rithusen“. Es war der Abt des Marienklosters zu Stade. Abt Albert wollte beim Papst Gregor IX. die Umwidmung des Marienklosters in Stade von der damals eher locker gehandhabten Benediktiner-Regel zur strengeren Regel der Zisterzienser erwirken. Seine Klosterbrüder hatten dieses Anliegen abgelehnt. Auch der zuständige Bischof in Bremen, bei dem er vorstellig geworden war, erteilte eine Absage. So setzte Abt Albert alle Hoffnung auf ein Machtwort des Papstes. Doch auch der Papst folgte der Bitte von Abt Albert nicht. So blieb die Reise von Abt Albert von Stade nach Rom letztlich erfolglos. Enttäuscht kehrte er von Rom nach Stade zurück.

Später schrieb Abt Albert jedoch eine Weltchronik , in der er zur allgemeinen Orientierung eine Streckenbeschreibung seiner Romreise einfügte.

Auf der Hinreise hatte Albert die Route von Stade nach Bremen, über Belgien nach Frankreich und von dort nach Italien gewählt. Die Rückreise führte ihn auf direktem Wege von Rom über den Brennerpass hinauf nach Stade. Auf dem heute zu Deutschland gehörenden Gebiet erwähnte Abt Albert insgesamt 28 Städte und Ortschaften, darunter auch „rithusen“. Als Stationen in unserer Region nannte Abt Albert in niederdeutscher Schreibweise: Hasselfelde, Wernigerode, Hornburg, Braunschweig, Rietze, Celle und Stade.

Bei der Streckenbeschreibung des Abt Albert handelt es sich insgesamt um die älteste Beschreibung einer Verkehrs- oder Straßenführung auf der Nord-Süd-Achse in Deutschland.

Im Jahre 2008 hat sich nun ein Förderverein: Projektinitiative Via Romea gegründet, die diese mittelalterliche Wegführung wieder in Erinnerung rufen und als „Pilgerweg“ oder auch als völkerverbindender „Europäischer Kulturweg“ auszeichnen will.

Auf der im Jahre 2010 vom Kalimedia Verlag veröffentlichten Gesamtdarstellung aller Pilgerwege in Deutschland ist der Weg des Abt Albert als Pilgerweg „Nr. 1“ deutlich hervorgehoben. Die Station Rietze ist mit einem roten Punkt markiert.

Beispiele für Wegweiser, die entlang der Via Romea angebracht werden sollen, sind auf dieser Tafel links und rechts oben angegeben. Zwei Karten auf der rechten Seite dieser Tafel zeigen Ortsdarstellungen von Rietze aus der Zeit vor und nach der Verkoppelung im Jahre 1851/1856.

Quelle: Textauszüge aus der Wanderwegetafel der Ortschaft Rietze. Weitere Informationen zum Pilgerweg „Via Romea“ auch auf

Via Romea – Weg der Begegnungen

Pilgerweg - Via Romea
Wanderwegetafel in Rietze
Pilgerweg - Via Romea
Pilgerweg - Via Romea
Rietze

Via Romea - die Pilgerwegestrecke

Stade-Rietze-Rom – hier entlang führt der Weg der Via Romea.

Abschnitt 1 – Stader Geest 

< Stade – Harsefeld, < Harsefeld – Zeven

Abschnitt 2 – Heide 

< Zeven – Gyhum, < Gyhum – Scheessel,  < Scheessel – Bellen, < Bellen – Neuenkirchen, < Neuenkirchen – Soltau, < Soltau – Wietzendorf, < Wietzendorf – Bergen, < Bergen – Sülze, < Sülze – Celle

Abschnitt 3 – Ostfalen 

< Celle – Eltze/Rietze, < Eltze/Rietze – Braunschweig, < Braunschweig – Wolfenbüttel, < Wolfenbüttel – Hornburg

Abschnitt 4 – Harz 

< Hornburg – Osterwieck,  < Osterwieck – Wernigerode, < Wernigerode – Elbingerode, < Elbingerode – Hasselfelde,  < Hasselfelde – Neustadt/Harz, < Neustadt/Harz – Nordhausen

Abschnitt 5 – Thüringen 

< Nordhausen – Straussberg, < Straussberg – Ebeleben,  < Ebeleben – Kirchheiligen, < Kirchheiligen – Bad Langensalza, < Bad Langensalza – Gotha, < Gotha – Friedrichroda, < Friedrichroda – Schmalkalden, < Schmalkalden – Meiningen

Abschnitt 6 – Rhön 

< Meiningen – Mellrichstadt, < Mellrichstadt – Bad Neustadt, < Bad Neustadt – Münnerstadt, < Münnerstadt – Schweinfurt

Abschnitt 7 – Fränkisches Weinland 

< Schweinfurt – Bergtheim, < Bergtheim – Würzburg,  < Würzburg – Ochsenfurt,  < Ochsenfurt – Aub, < Aub – Rothenburg O.D.T.

Abschnitt 8 – Franken 

< Rothenburg O.D.T. – Schillingsfürst,  < Schillingsfürst – Feuchtwangen,  < Feuchtwangen – Dinkelsbühl

Abschnitt 9 – Donau-Ries 

< Dinkelsbühl – Nördlingen,  < Nördlingen – Harburg, < Harburg – Donauwürth

Abschnitt 10 – Schwaben 

< Donauwörth – Markt Meitingen,  < Markt Meitingen – Augsburg,  < Augsburg – Igling,  < Igling – Schongau

Abschnitt 11 – Pfaffenwinkel 

< Schongau – Rottenbuch,  < Rottenbuch – Saulgrub

 Abschnitt 12 – Bayerische Alpen 

< Saulgrub – Oberammergau, < Oberammergau – Garmisch Partenkirchen, < Garmisch Partenkirchen – Klais, < Klais – Mittenwald

Abschnitt 14 – Auf der Zielgeraden 

Zierl, Innsbruck, Matrei, Brixen, Bozen, Trient, Padua, Rovigo, Ravenna, Arezzo, Orvieto, Viterbo, Rom

weitere Informationen: 

Via Romea – Weg der Begegnungen

Rietze im Jahre1849

Die Rietzer Flurkarte ist eine verkleinerte Wiedergabe der Verkoppelungskarte von 1849, die unter Sign. P. 112 im LKA Hannover aufbewahrt wird. Das Wegenetz der Karte ist nach der Karte von 1781der topogr. Landesaufnahme des Kurf. Hannover ergänzt.

Die Rietzer Flurkarte ist als eine der interessantesten des Kreises Peine zu bezeichnen. Es ist deutlich zu erkennen, daß das jenseits der Erse liegende Gebiet ursprünglich nicht zu Rietze gehört haben kann. Hier lag Lembüttel, die einzige Büttel-Siedlung des Kreisgebietes, dessen teilweise zu Zirkenrode gekommene Ländereien dort als Lobbenbüttel benannt sind.

Im äußersten Süden der Rietzer Feldmark lag eine zweite Wüstung: Bromme. Der Ortsname hat sich in Brommer Wiesen, Brommer Forst und Brommer Camp erhalten.

Über den Verbleib der Brommer Bauern im Dorfe Alvesse siehe „Chronik der Wüstung Bromme“. Aus den Flurnamen Mühlenteich, Mühlenteichwiese, Mühlenberg und Mühlenwinkel ist auf eine Wassermühle zu schließen.

Der gesamte nördliche Drittel der rechtsseitigen Rietzer Feldmark war schon 1781 nur Wald und Heide, sollte dieses Gebiet, dessen Boden nicht schlechter und nicht besser als das der südlich angrenzenden alten Rietzer Ackerlandschaft war, immer unbesiedelt gewesen sein?

Der dort an der Erse bis zur Verkoppelung liegende „Alte Hirtengarten“ könnte der letzte Rest einer alten Dorfstelle sein. In dieser Karte sind zwei auffallend parallel verlaufende Höhenlinien des Meßtischblattes übertragen, die von ihnen begrenzte Senke wurde auch bei örtlicher Besichtigung des Geländes vorgefunden. Hieraus ist zu folgern, daß die Erse einst östlich im Bogen um Rietze herum geflossen ist. Hieraus erklärt sich auch der Name des aus alten Erselauf liegenden Muracker. Weiter nördlich war noch ein Teil des alten Erselaufs Gärten – wegen der tiefen Lage. Im Osten grenzen an die Rietzer Feldmark die wüsten Ländereien der einstigen Dörfer Röthingen und Gr. Hilerse.

F. Brandes 

im Februar 1965

Pilgerweg - Via Romea

Quelle: Wanderwegetafel in Rietze mit Karte und Erklärungen.

Lesetipp
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